Pharmaverpackungen serialisieren – aber wo im Fertigungsprozess?

Vielen Unternehmen ist bereits klar, dass es nicht damit getan ist, Seriennummern auf die Verpackung aufzudrucken – gerade das Verwalten und Zuweisen von Nummernkreisen sind völlig neue Herausforderungen. Verschärft wird diese Situation durch die Vielzahl der zu erwarteten länderspezifischen Regelungen.

Wenn es allein auf die Kosten ankommt, empfiehlt es sich, schon auf dem Bogen zu serialisieren, bevor daraus einzelne Kartons entstehen. Dieser Ansatz ist aber nur für Aufträge sinnvoll, die weder Haltbarkeitsdatum noch Chargeninformationen enthalten. Andernfalls ist die Gefahr sehr hoch, häufig zu große Übermengen zu produzieren. Davon abgesehen, entsteht bei diesem Verfahren ein relativ hoher Verwurf von Seriennummern. Zudem muss zunächst eine grundsätzliche Entscheidung darüber fallen, ob man als Pharmazeut die Serialisierung überhaupt outsourcen kann – denn sollten bereits Bogen codiert werden, wird praktisch immer ein Faltschachtelhersteller die Aufgabe übernehmen. Dieser Aspekt spielt auch eine Rolle, wenn die Codierung erst auf den bereits gestanzten Kartons erfolgen soll. Damit die noch üblicherweise eingesetzten Inkjet-Drucker beste Code-Qualität erzielen können, empfiehlt sich das Serialisieren ungeklebter Kartons. Auch hier erfolgt die Serialisierung am besten beim Verpackungsdienstleister. Entscheidet sich ein Pharmaunternehmen dafür, die geklebten Kartons selbst zu codieren, wird es üblicherweise ein Codiermodul in eine bestehende Verpackungslinie einfügen, um nach dem Kartonieren die aufgerichtete und befüllte Faltschachtel zu codieren. Alternativ kann auch eine Codiermaschine für flache Einzelkartons in Betracht gezogen werden, wenn damit für mehrere Verpackungslinien „Near-Line“ codiert werden kann.

Der prozesstechnisch beste Platz für die Codierung dürfte derzeit jedoch nach der Befüllung der Kartons liegen. Dadurch entsteht insbesondere bei kleinen Losgrößen oder bei kurzer Haltbarkeitsdauer der geringste Verwurf, und die Logistik mit Lagerhaltung bleibt einfach. Allerdings ist das nicht die optimale Lösung in Hinblick auf Effizienz und Geschwindigkeit.

Welche Stelle in der Prozesskette beim Serialisieren also optimal ist, hängt letztlich von den spezifischen Gegebenheiten ab. Eine universelle Lösung wird es eher nicht geben. Möglicherweise kommen in einem Unternehmen auch mehrere Varianten zum Einsatz. Dann ist es gut zu wissen, welche Optionen überhaupt denkbar sind.

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Stefan Rowinski
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