Personalisiert wird’s nachhaltig

Von Late Stage Customization profitieren Umwelt und Unternehmen

Markenartikler mit ihren Marketing-, Vertriebs- und Supply Chain-Experten stehen angesichts spürbarer Veränderungen in den verschiedenen Vertriebskanälen vor Herausforderungen. Bei Konsumgütern werden die Fähigkeiten, Mikro-Nischen zu besetzen sowie auf rasch wechselnde Kundenpräferenzen und Kaufgewohnheiten reagieren zu können, entscheidend sein. Kleine Produktionsvolumina, stark anwachsende SKUs und Produktvarianten führen zu höherer Komplexität in der Produktion. Diese Komplexität wird intuitiv oftmals mit einer Zunahme von Abfall und Umweltbelastung in Verbindung gebracht. Doch das stimmt bei genauer Betrachtung nicht: Denn die neue Spielart einer Individualisierung von Produkten und das Late Stage Customization wirken – sofern richtig umgesetzt – ökologisch nachhaltig.

Marken müssen heute in mitunter kurzen Zyklen immer wieder auf neue Trends reagieren oder aber Saisonalitäten konsequenter aufgreifen. Schließlich kennt der Verbraucher in fortentwickelten Konsumgesellschaften keine wirklichen Versorgungsengpässe mehr. Vielmehr ist ihm prompte Bedürfnisbefriedigung längst zur Gewohnheit geworden. Die Auswahl ist überbordend, und durch das Internet entsteht ein hohes Maß an Transparenz. Der Verbraucher entscheidet jederzeit völlig selbstbestimmt, was er wann kauft und wo er es bezieht. Positiv überraschen – und nichts anderes ist die Aufgabe von Marken – kann man ihn längst nicht mehr mit reiner Verfügbarkeit. Dies gelingt dafür umso eher, je eindeutiger eine Marke ihre Produkte auf den Anwender oder für ihn relevante Ereignisse zuschneiden kann – und sei es vornehmlich in der reinen Darreichung, also in der Verpackungsgestaltung.

Das geht inzwischen über die bekannten massentauglichen Beispiele wie etwa österlich oder weihnachtlich saisonalisierte Süßwaren hinaus. Aufwändiger, aber eben auch wesentlich attraktiver sind da schon temporäre Promotions wie namentlich personalisierte Nougat-Brotaufstriche oder Geburtstagsglück wünschende Premium-Kosmetika – also das effektive Erreichen jeweils kleinerer Zielgruppen bis hin zu einzelnen Konsumenten. Dann entsteht quasi eine enge Verbindung zwischen Produkt und Verbraucher nach dem Motto „jetzt genau für mich gemacht“. Die Verpackung entsprechend anzupassen ist einer der funktionierenden Ansätze, um diesen Effekt der „persönlichen Ansprache“ zu erzielen.

Komplexität bewältigen – Umwelt entlasten

Late Stage Customization ist entscheidend, um die kommende Komplexität beim Handling von Verpackungsvielfalt zu beherrschen und darüber hinaus ein Höchstmaß an Ressourcenschonung zu erreichen, das unmittelbar einzahlt auf entsprechende Umweltentlastung.

Modulare Systemlösungen für Inline Late Stage Customization wie die DIGILINE Versa Inline Pro von Atlantic Zeiser individualisieren entweder flache Kartonzuschnitte oder bereits aufgestellte Verpackungen. Und dies – als entscheidender Teil einer integrierten Verpackungslinie – mit brillantem digitalen Farbdruck, bis hin zur Losgröße 1. Die Druckqualität entspricht der, die Konsumenten von den Verpackungen gewohnt sind, die in hohen Stückzahlen massenhaft vorgedruckt werden. Die neueste UV-Inkjet-Druckergeneration OMEGA Pro 4C gewährleistet eine Auflösung von 600 dpi. Damit lassen sich feinste Details und Konturen optimal darstellen, selbst bei kleinsten Schriftgrößen bis zu 3 Punkt.

Auf einer Linie gelangt man damit so spät wie möglich im Produktions- oder Verpackungsprozess praktisch noch zu unendlich vielen möglichen Lösungen – und damit viel direkter zum Endverbraucher. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel die Anzahl der zu beschaffenden und zu bevorratenden Kartonverpackungen und die damit verbundenen Ein- und Auslagerungsvorgänge auf ein Minimum reduzieren. Das verringert auch den Transport von vorgedrucktem Verpackungsmaterial. Der Anfall und die Entsorgung von nicht mehr benötigten, weil veralteten vorgedruckten Verpackungen entfällt mitunter komplett. Erfahrungen bei Markenartiklern lassen den Schluss zu, dass in Summe das Abfallmaterial um 70 Prozent und die Lagerfläche für Fertigwaren um bis zu 90 Prozent verringert werden können. Beim CO2-Fußabdruck ist eine Netto-Reduzierung von bis zu 80 Prozent möglich.

Zwei Ziele – eine Lösung

Das heißt: Late Stage Customization führt zu schneller Reaktionsfähigkeit und hoher Agilität bei der Verpackungsgestaltung, bei anlass- und saisonbezogenen Marketingaktionen sowie bei Kampagnen, die ganz auf spezielle Zielgruppen zugeschnitten oder gar komplett personalisiert werden. Das macht die Supply Chain deutlich effizienter – und die Ressourcennutzung ein gutes Stück umweltfreundlicher.
Ein herausragendes Beispiel dafür, wie Vermarktungszielen und der Notwendigkeit zu ökonomisch wie ökologisch nachhaltigem Wirtschaften gleichzeitig Rechnung getragen werden kann.

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Nadine Kürner